4.000 Besucher beim Tag der Ehrenamtlichen

Hannover. Über 4.000 Besucherinnen und Besucher begrüßte Landesbischof Ralf Meister beim Ehrenamtlichentag, zu dem die Evangelisch-lutherische Hannovers am Samstag, dem 27. August 2016, nach Hannover eingeladen hatte. Auch aus dem Kirchenkreis Winsen hatten sich viele Ehrenamtliche und hauptberufliche Mitarbeitende auf den Weg  gemacht. Auf dem Messegelände verbrachten sie unter dem Motto „… von Herzen“ einen Tag mit Vorträgen, Workshops, einem Markt der Möglichkeiten, Bühnenshows und einem großem Abendmahlsgottesdienst.

„Das Schönste ist unsere Gemeinschaft! Deshalb haben wir Sie heute eingeladen! Sie halten in Ihren Gemeinden diese Gemeinschaft aufrecht durch all die ehrenamtliche Arbeit, die Sie tun!“ sagte Landesbischof Ralf Meister in seiner Bibelarbeit. Bei der Aufnahme von Flüchtlingen im vergangenen Jahr wäre wieder deutlich geworden, wie unverzichtbar das Ehrenamt auch für die Gesellschaft insgesamt sei, so Meister weiter. „Da haben die Menschen Herz gezeigt.“

„Es ist wie ein kleiner Kirchentag,“ sagte viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich ihr individuelles Programm aus einer Vielzahl von thematischen Workshops, Vorträgen, Informationsständen, Bühnenprogrammen und sportlichen Aktivitäten zusammenstellten: Goldschürfen bei der Evangelischen Jugend, in einem Scriptorium in asiatischen Bibeln blättern, in einem „Kirchen-Baumarkt“ shoppen oder Informationen zum Reformationsjubiläum aus erster Hand erhalten. An Themeninseln konnten die Besucherinnen und Besucher mit Expertinnen und Experten über aktuelle Fragen der Integration schutzsuchender Menschen ins Gespräch kommen. Und unter freiem Himmel probierten sich viele Gäste im Bungee-Trampolin oder im Mini-Golf.

„Wir feiern heute und wir feiern das Reformationsjubiläum im nächsten Jahr“, betonte Margot Käßmann, Botschafterin für das Reformationsjubiläum im Hauptvortrag des Ehrenamtlichentages. „Das heißt ja nicht, dass es nur Feuerwerk und Luftballons gibt. Feiern schließt Nachdenken nicht aus.“ Trotz Freude am Feiern und am Nachdenken sei Vorsicht geboten, sagte Käßmann. Über die Jahrhunderte sei Luther von immer wieder neuen Ideologen interpretiert und vereinnahmt worden. 2017 werde das anders laufen: „Ich bin überzeugt, es wird keinen Kult um Luther geben.“ Der Protestantismus in Deutschland und das Luthertum weltweit seien souverän genug, die Schattenseiten ihres großen Vorbildes nicht auszublenden sagte die Theologin im Blick etwa auf die judenfeindlichen Äußerungen Martin Luthers.

In der Predigt im Abendmahls-Gottesdienst am Nachmittag nahm Annette Kurschus, leitende Geistliche der westfälischen Landeskirche, das Motto „von Herzen“ noch einmal auf. Das Wort Gottes sei dem Herzen ganz nah. „Heute haben wir´s erlebt. Wie der Glaube leicht ist – und das Herz erfüllt. Das Messegelände tönt von Musik und Gesang, die Köpfe stecken voller erstaunlicher Gedanken. Neue Ideen warten darauf, ausprobiert zu werden.“ Viele Menschen würden sich in unterschiedlichen Bereichen der kirchlichen Arbeit engagieren. „Wie wenig ginge in unserer Kirche, wie wenig ginge in unserem Land ohne solche Menschen,“ sagte Kurschus, die auch stellvertretende Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist.

Die gemeinsam Feier des Abendmahls bildete den Schlusspunkt des dritten Ehrenamtlichentages der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. „Es war richtig schön und bestärkend. Ich nehme viel mit und fahre glücklich und sehr erschöpft nach Hause,“ fasste eine Teilnehmerin ihre Eindrücke vom Tag zusammen.

Foto: Landeskirche Hannovers.