50 Jahre Dorfhelferinnen im Landkreis Harburg

Sie helfen nicht dem Dorf, sondern im Dorf: Dorfhelferinnen, die einspringen, wenn der Hauptversorger im Haushalt ausfällt. Typisches Beispiel ist der Einsatz auf einem Bauernhof, wenn die Bäuerin ins Krankenhaus oder zur Kur muss. Dann kommt die Dorfhelferin und versorgt den Haushalt, kümmert sich um die Kinder oder Altenteiler und erledigt alle anfallenden Aufgaben.

Gelernt haben diese Fachkräfte alles, was dazu gehört: Landwirtschaft, Viehwirtschaft, Hauswirtschaft, Kindererziehung und noch vieles mehr. Fünf Jahre dauert die Ausbildung, die auch Hannelore Heuer-Stöver absolviert hat. Sie ist schon über dreißig Jahre in diesem Beruf tätig und hat immer noch Freude daran. „Jeder Einsatz ist anders und alle drei Wochen muss man sich auf eine neue Familie einstellen“. Trotzdem geht sie jeden Morgen gern wieder los. Wobei der Einsatzbereich inzwischen weit über die Landkreisgrenzen hinaus geht. Fahrtzeiten von ein oder anderthalb Stunden sind keine Seltenheit mehr.

Schon seit 1965 gibt es Dorfhelferinnen im Landkreis Harburg. Grund genug, jetzt einen Gottesdienst und eine kleine Feierstunde in Winsen abzuhalten, zu der Superintendent Christian Berndt eingeladen hatte. Er hob in seiner Predigt die Bedeutung dieser professionellen Nachbarschaftshilfe hervor, die bundesweit von kirchlichen Stellen angeboten wird.

Der Einladung gefolgt waren neben vielen Gemeindegliedern auch der stellvertretender Bürgermeister André Bock (CDU), Uwe Harden (SPD) als Vertreter des Landrates, der Vorsitzender des Kreistages Rudolf Meyer (CDU) sowie Landessuperintendent Dieter Rathing als Vorsitzender des Dorfhelferinnenwerkes in Niedersachsen. Sie alle begüßten dieses Hilfsangebot außerordentlich.

Anwesend waren natürlich die Mitglieder des Ortskuratoriums Winsen, dem der Winsener Superintendent Christian Berndt vorsitzt, sowie eine Reihe ehemaliger Dorfhelferinnen sowie ehemalige ehrenamtliche Einsatzleitungen. Inzwischen können die Dorfhelferinnen nicht nur von Familien mit Landwirtschaft angefordert werden. Wichtig ist die vorherige Kostenzusage der entsprechenden Krankenkasse. Hier berät die Einsatzleitung des Dorfhelferinnenwerkes Niedersachsen, Sabine Kröger, in Uelzen unter Telefon 0581-9738 2812.

Foto: Sie gratulierten Superintendent Berndt (3.vl.) und Dorfhelferin Hannelore Heuer-Stöver zum 50. Bestehen des Ortskuratoriums: Stellv. Bürgermeister Andrè Bock, stellvertr. Landrat Uwe Harden, der Vors. der Kreistages Rudolf Meyer und Landessuperintendent Dieter Rathing.