ANGST- Ein Gefühl zum Fürchten?

Förderverein „Lebensberatung Winsen e.V.“ veranstaltet einen Abend über „Angsthasen“ und „Scheinriesen“

 Der Förderverein ‚Lebensberatung Winsen e.V.“ lädt am Freitag, 6. November 2015 um 19.30 Uhr zu einem Forum zum Thema „Angst – ein Gefühl zum Fürchten“ in das Gemeindezentrum St. Marien in Winsen, Kirchstr. 1, ein. Mit Dr. med. Wolgang Dillo, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hat der Verein einen ausgewiesenen Fachmann zum Thema gewinnen können. Dillo ist Oberarzt in der Klinik für Psychiatrie, Sozial- psychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und zugleich Lehrtherapeut am Niedersächsischen Institut für Systemische Therapie.

Der „Förderverein Lebensberatung Winsen e.V.“ will als Veranstalter mit diesem Abend Anregungen zu einem konstruktiven Umgang mit der Angst als einem Grundgefühl im Leben vieler Menschen geben. Zeigt es sich doch oft, dass der Angst manchmal gar keine reale Bedrohung gegenübersteht oder die Bedrohung längst nicht so groß ist, wie man annimmt. Ängste können dann zu einer Einschränkung im Berufs- und Privatleben führen. Die Angst wird zum übermächtigen Scheinriesen, kann sich verselbstständigen oder gar zu einer Angststörung im klinischen Sinn werden.

Und wer hat das nicht schon mal erlebt, dass einem das Herz bis zum Halse schlägt, Schweiß auf der Stirn ausbricht oder sich die Kehle zuschnürt. Das Herz und der Atem gehen schneller, die Muskeln spannen sich an und die Sinnesorgane reagieren mit erhöhter Aufmerksamkeit. Dieser Alarm des Körpers macht es möglich, schnell und effizient auf eine Gefahr zu reagieren.

Doch wo verllaufen die Grenzen zwischen der „normalen“ Angstreaktionen in gefährlichen Situationen einerseits und sich verselbstständigenden Angstreaktionen andererseits. Denn Menschen, die von ausgeprägten Ängsten betroffen sind, erkennen zwar meist selbst, dass die Angst unbegründet oder übertrieben ist – sie können sich jedoch nicht mehr selbst daraus befreien. Eine Angststörung hat sich herausgebildet.

Andererseits, es gibt vielfältige persönliche und gesellschaftliche Entwicklungen, die Angst machen können. Die Angst, den Job zu verlieren oder die Angst vor einer Prüfung, von der beruflich so viel abhängt. Angst kann hier zu einem sinnvollen Warnsignal vor einer drohenden Gefahr sein. In einer Studie über die großen Angstmacher der Deutschen hat man herausgefunden, dass die Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten mit 63 % ganz vorne liegt. Und das in einem Wohlstandsland wie Deutschland. Ein Scheinriese? Aber auch die Angst im Alter ein Pflegefall zu werden liegt mit 55 % schon an 3. Stelle der Skala. Und Angst vor Terrorismus und schwerer Erkrankung liegen mit jeweils 50 % noch an 5. und 6. Stelle. Und Angst vor Spannungen durch Ausländer haben 42 % der Befragten. Angst vor sinkendem Lebensstandard im Alter haben immerhin noch 39 % aller Deutschen. (Quelle: Spiegel online)

Die Veranstalter sind gespannt, ob es an diesem Abend gelingt, den Bogen von den großen kollektiven Ängsten bis hin zu den individuellen Ängsten des Einzelnen zu spannen. Der Abend soll dazu beitragen, die eigenen Ängste zu verstehen und Anregungen für einen konstruktiven, angemessenen Umgang mit ihnen zu erhalten. Der Förderverein „Lebensberatung Winsen e.V.“ sieht sein Ziel ind der Förderung der Lebensberatungsstelle Winsen des Diakonischen Werkes der Kirchenkreise Hittfeld und Winsen. Neben der finanziellen Förderung der Lebensberatungsstelle tritt er immer wieder mit Veranstaltungen zu Themen aus der psychoszialen Arbeit an die Öffentlichkeit.

Der Eintritt zum Vortragsabend ist frei, es wird jedoch um eine Spende gebeten.

(Reinhardt Solondz, 1. Vorsitzender)