Auch eine Flasche kann ein „Schwein“ sein

St. Johannis-Kirchengemeinde Salzhausen feierte „Schlachtefest“ zugunsten ihrer Stiftung

Von der deutschen Musik-Gruppe „Die Prinzen“ wissen wir es ja schon seit vielen Jahren: „Du musst ein Schwein sein“, heißt es in einem ihrer erfolgreichsten Songs. Ja, aber nicht irgendeines, sondern ein „Stiftungs-Schwein“, wie es sich die St. Johannis Stiftung Salzhausen ausgedacht hat und seit September 2014 erfolgreich vervielfältigte und durch engagierte „Mäster“ aus der Kirchengemeinde aufpäppeln ließ. Wichtig: Gefüttert wurde ausschließlich mit Euronen. Am vergangenen Sonntag war „Schlachtefest“ in Salzhausen. An Ende kamen 6500 Euro zusammen.

Doch jede Mast hat einmal ein Ende, so auch jene zugunsten der St. Johannis Stiftung, die sich zum Ziel gesetzt hat, ein solides finanzielles Polster zugunsten der Salzhäuser Kirchengemeinde zu schaffen. Es geht schlicht um einen Beitrag zur Zukunftssicherung. Die große Attraktivität dieser Aktion bestand darin, dass die Hannoversche Landeskirche eine Art „Mästbelohnung“ gewährte, die die etwas gewöhnungsbedürftige Bezeichnung „Bonifizierung“ trägt. Motto: „Aus drei mach vier“. Für drei „gemästete“ Euros gibt es von der Landeskirche einen weiteren dazu. Zum Monatsende läuft diese Aktion jedoch aus. Für die Schweinchen-Aktion der Salzhäuser bedeutet dies ein Endergebnis von 8666,66 Euro.

Anlass also, alle „Sparferkelchen“- Halter herzlich einzuladen, um mit ihnen gemeinsam ihr Schwein zur Strecke zu bringen. Um die 200 solcher Plastikferkelchen – gespendet von der Volksbank Salzhausen – waren seit dem Frühherbst 2014 in Umlauf gebracht worden. Zunächst 80 fanden am Sonntag den Weg in den Pfarrgarten der Kirchengemeinde zum großen Schlachtefest.

Die Gemeinde hatte einen wunderbaren, gemütlichen Rahmen geschaffen, um den vielen „Mästern“ zu danken. Es gab kostenfreie Verpflegung – gesponsert durch EDEKA Düver aus Salzhausen – in Gestalt von Salaten und leckeren Bratwürstchen sowie Getränke. Es gab Volkstanzdarbietungen des Trachten- und Volkstanzkreises Luhmühlen und Live-Musik von den Heidjer Oldies. Dazu bestes Sommerwetter bei angenehmen Temperaturen – ein echter Familientag also.

Pastor Michael Danne, unterstützt durch das Stiftungskuratorium, führte durch den Nachmittag. Die Stiftung selbst sei eine segensreiche Einrichtung, so Danne in seiner kurzen Begrüßung. Er freue sich, dass diese Plattform innerhalb der Gemeinde auf eine so positive Resonanz stoße. „Die Stiftung führt zusammen“, stellte Danne zufrieden fest. Angesichts des Erfolgs würde es sich anbieten, jedes Jahr ein kleines „Stiftungsfest“ zu veranstalten, das um den St. Johannis Tag herum verankert werden könnte.

Während im Garten munter geplaudert, gescherzt und genossen wurde, herrschte im angrenzenden Pfarrhaus volle Konzentration. Denn die abgegebenen Schweine mussten ihren Inhalt preisgeben, und das musste genau gezählt werden. Ein „Mäster“ schoss dabei den Vogel ab: Er brachte statt eines Schweinchens eine große, ehemalige Weinflasche mit, die bis an den Rand gefüllt war.

In regelmäßigen Abständen wurden die Mästerfolge, also die Zählstände, verkündet. Zugleich wurden die fünf Gewinner ermittelt und mit einer kleinen Aufmerksamkeit bedacht. Denn mit der Abgabe des Ferkelchens hatte jeder Halter ein kleines Los gezogen, dass die kleine Glücksfee Hanna Mädge zog. Dann kam der große Moment – das Endergebnis. Und das hatte auch die kühnsten Spekulationen bei dem Stiftungskuratorium übertroffen. 6.500 Euro hatten die fleißigen Mäster gesammelt. „Und dafür können wir als Gemeinde nur eines: von Herzen danken“, sagte Pastor Danne. Keine Frage: Die Aktion war ein voller Erfolg!
Übrigens, alle Sparschweine, die noch bis Ende Juni in der Kirchengemeinde abgegeben werden, können noch mit in die Bonifizierungsaktion einfließen.

Bild: Volle Konzentration: Im Pfarrhaus wurde schnell und trotzdem sehr konzentriert gezählt.

Bericht und Fotos: Eckhard-Herbert Arndt