Beschlossen: Reformationstag wird Feiertag in Niedersachsen

Niedersachsen bekommt noch in diesem Jahr einen neuen Feiertag: Nach monatelangen Diskussionen steht fest, dass der Reformationstag am 31. Oktober zu einem arbeitsfreien Feiertag wird. Das haben die Abgeordneten des Niedersächsischen Landtags – trotz vieler Vorbehalte – am Nachmittag mit einfacher Mehrheit beschlossen. 100 der 137 Parlamentarier stimmten für den Reformationstag, 20 stimmten dagegen. Quelle: NDR.de
Hier der Kommentar von Landesbischof Ralf Meister, Hannover:
Landesbischof Ralf Meister sagte zur Entscheidung des niedersächsischen Landtags: „Die evangelischen Kirchen in Niedersachsen freuen sich über die historische Entscheidung des Landtags, den Reformationstag als gesetzlichen Feiertag in Niedersachsen einzuführen.

Wir danken allen, die sich in den vergangenen Monaten dafür eingesetzt haben. Mit dem Reformationstag bekommt Niedersachsen einen Feiertag, der in seiner Gestaltung herausfordernd ist und große Chancen bietet, aber auch unbequem sein kann. Beim Reformationsjubiläum im vergangenen Jahr ist es gelungen, den 31. Oktober religionsübergreifend, ökumenisch und weltoffen zu begehen.
Auch die kritische Auseinandersetzung mit theologischen Irrtümern der Reformatoren hat dabei breiten Raum eingenommen. Die große Beteiligung an den Gottesdiensten und Veranstaltungen hat gezeigt, dass der Reformationstag von vielen Menschen in Niedersachsen mitgetragen wird.Mit der Gestaltung des neuen gesetzlichen Feiertages werden wir daran anknüpfen: Wir wollen in Veranstaltungen und Gottesdiensten in ganz Niedersachsen über unser gesellschaftliches Miteinander ins Gespräch kommen. Das können die großen, übergreifenden Fragestellungen sein: Was bedeutet Freiheit, wenn wir über Datenskandale oder den Schutz von nationalen Grenzen sprechen?
Ebenso können aus Anlass des Reformationstages im Dorf oder in der Stadt unterschiedliche Player wie Sportvereine, Feuerwehr, Landfrauen, Kirchen und kommunale Vertreterinnen und Vertreter zusammenkommen, um neue soziale Impulse für das Dorf oder den Stadtteil zu geben. Über 2.000 Kirchengemeinden in ganz Niedersachsen sind ein Garant dafür, den neuen gesetzlichen Feiertag in diesem Sinne breit im ganzen Land zu verankern.
Der Streit um die Einführung des Feiertages wurde in den letzten Wochen und Monaten mit hohem Engagement geführt.
Ich hoffe, dass sich jetzt alle politischen und gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure wieder aufeinander zu bewegen und daran mitarbeiten, dass der neue Feiertag ein Feiertag aller Bürgerinnen und Bürger in Niedersachsen wird. Der Reformationstag kann als Diskussionsforum genutzt werden, um über die verschiedenen Standpunkte und Überzeugungen miteinander ins Gespräch zu kommen. Denn eines ist für mich ganz deutlich: Alle Kulturen sind auf kontinuierliche Reformationen im Sinne von Erneuerungen, Verbesserungen und Umgestaltungen angewiesen.
Ich bin zuversichtlich, dass es gelingen wird, dass wir am 31. Oktober 2018 in ganz Niedersachen den Reformationstag als ein Tag für alle Bürgerinnen und Bürger feiern: Fröhlich, offen, ökumenisch und interreligiös und mit Blick auf die zentralen Fragen unserer Gesellschaft.In ganz Niedersachsen sind am 31. Oktober 2018 Gottesdienste sowie weitere Veranstaltungen anlässlich des Reformationstages geplant. In Hannover wird es am Vorabend des Reformationstages eine Veranstaltung zum christlich-jüdischen Dialog geben.
Am Reformationstag selbst ist ein zentraler Gottesdienst in der Marktkirche in Hannover sowie ein Empfang im Alten Rathaus der Stadt Hannover geplant. Der Jurist und Rechtsphilosoph Prof. Dr. Horst Dreier (Würzburg) hält hier einen Vortrag.

(Pressestelle der Landeskirche)