Bischof Meister: Film schafft Bilder für die Ewigkeit

Hannover/Berlin (epd). Kinofilme und biblische Geschichten haben nach Ansicht des hannoverschen Landesbischofs Ralf Meister viele Gemeinsamkeiten: „Es entstehen Bilder, die einen nie wieder verlassen werden. Nirgends sonst geschieht diese Kunst der Ewigkeitssuggestion so kraftvoll wie im Film“, sagte der evangelische Theologe am Sonntag in Berlin. Meister sprach beim traditionellen Ökumenischen Filmempfang der evangelischen und katholischen Kirche anlässlich der Berlinale.

Traumwelten würden im Film wahr und Wahres werde zum Traum, sagte der Landesbischof als Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in seinem Grußwort. „Zeiten verwandeln sich, Sekunden werden endlos oder komprimieren die Ewigkeit in einem Bruchteil: Ein Lidschlag und die Welt ist vernichtet. Ein Schnitt und eine neue Welt entsteht.“

Auch die biblischen Erzählungen seien nie abstrakt, sondern immer konkret: „Gott selbst war und ist ein wunderbarer Erzähler.“ Gott freue sich über gute Geschichten, denn er selbst schuf „anstößige, hoffnungsvolle und heilsame Stories“, unterstrich Meister: „Und viele seiner Geschichten schaffen es, so, wie es große Literatur auch immer schafft, mit einer Augenblicksschilderung die Ewigkeit einzufangen.“

Im Mittelpunkt stünden stets Menschen, „die lachen und weinen und lustvoll-verzweifelt leben in dieser elend-schönen Welt“, sagte der Landesbischof: „Diese Geschichten, im Kino wie in der Bibel, können das tägliche Brot sein, nicht nur, weil sie uns unterhalten, weil sie trösten und ermahnen, sondern weil sie uns hoffen lassen auf eine Welt, die uns noch bevorsteht.“ (8096/08.02.15)

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