Der Trauer Worte geben

Am Wochenende sind bei der Rückfahrt von einer Jugendfreizeit des Kirchenkreises Rhauderfehn in Kroatien vier Betreuer mit einem Kleinbus verunglückt. Drei starben bei dem Autounfall in Österreich, ein weiterer schwebt in Lebensgefahr. Der Kleinbus war vor einer Tunneleinfahrt auf ein wartendes Fahrzeug aufgefahren.

Im Kirchenkreis Rhauderfehn in Ostfriesland herrscht tiefe Betroffenheit. Der dortige Superintendent Gerd Bohlen hat zu einer Andacht in die Kirche eingeladen. Auch Landesbischof Ralf Meister zeigte sich tief betroffen, fahren doch jedes Jahr in der Landeskirche Hannovers unzählige Jugendgruppen mit mehreren tausend Teilnehmern auf Sommerfreizeiten.

Die Landeskirche hat eine eigene Internetseite eingerichtet mit dem Titel „Der Trauer Worte geben“.

Dort findet sich auch dieser Text:

Ich schreie um Hilfe – Psalm 77

Ich rufe zu Gott und schreie um Hilfe, zu Gott rufe ich, und er erhört mich.
In der Zeit meiner Not suche ich den Herrn; meine Hand ist des Nachts ausgereckt und lässt nicht ab; denn meine Seele will ich nicht trösten lassen.

Ich denke an Gott – und bin betrübt; ich sinne nach – und mein Herz ist in Ängsten. Meine Augen hältst du, dass sie wachen müssen; ich bin so voll Unruhe, dass ich nicht reden kann.

Ich gedenke der alten Zeiten, der vergangenen Jahre. Ich denke und sinne des Nachts und rede mit meinem Herzen, mein Geist muss forschen. Wird denn der Herr auf ewig verstoßen und keine Gnade mehr erweisen?

Ist`s denn ganz und gar aus mit seiner Güte, und hat die Verheißung für immer ein Ende? Hat Gott vergessen, gnädig zu sein, oder sein Erbarmen im Zorn verschlossen? Ich sprach: Darunter leide ich, dass die rechte Hand des Höchsten sich so ändern kann.

Darum denke ich an die Taten des Herrn, ja, ich denke an deine früheren Wunder und sinne über alle deine Werke und denke deinen Taten nach. Gott, dein Weg ist heilig.

(Dieser Psalm war Teil der Andacht, die Superintendent Gerd Bohlen am 8. August 2015 in Westrhauderfehn mit Trauernden gefeiert hat.)