Doris Schröder-Köpf informierte sich über Flüchtlingsbetreuung in Winsen

Die Integrations-Beauftragte des Landes Niedersachsen, Doris Schröder-Köpf (SPD), informierte sich heute über die Flüchtlingsbetreuung in Winsen. Vertreter der Kirchengemeinde St. Marien, der Stadt Winsen und des Herbergsvereins stellten insbesondere das „Darius-Projekt“ vor, bei dem 20 junge Erwachsene auf eine Berufsausbildung vorbereitet werden. Mit dabei: Namensgeber Darius Zozo, Hadi Atrasch und Abraham Simon Derar, drei Teilnehmer des Projektes.

Superintendent Christian Berndt schilderte zum Eingang des Gespräches die Entwicklung vom Internationalen Café, das seit nunmehr 3 1/2 Jahren an jedem Samstag mit über 100 Besuchern stattfinde bis hin zu Praktikumsvermittlungen, Sprachkursen und dem Darius-Projekt. Unzählige freiwillige Helfer seien unermüdlich im Einsatz, um den geflüchteten Mensche beim Aufbau einer neuen Lebensperspektive behilflich zu sein. Im Praktikumsprojekt seien durch den Herbergsverein Winsen über 900 Personen in gemeinnützige Arbeit vermittelt worden. Beim sehr intensiven Darius-Projekt, das an 3 Tagen in der Woche ein Praktikum und an 2 Tagen Sprachkurse über 6 Moante beinhalte, konnten im Jahr 2016 20 Personen gezielt gefördert werden und in diesem Jahr 22 Personen.

Damit Geflüchtete in Ruhe für die Ausbildung lernen könnten, wurde ein Lehrlingswohnheim eingerichtet. Hier stehen 2-Bett-Zimmer zur Verfügung und auch Computer-Arbeitsplätze, um das Erlernte weiter vertiefen zu können. Mit dem Besuch dieses Wohnheims endetet der Besuch Schröder-Köpfs.

Man war sich einig, dass Reibungspunkte bei der Asylbearbeitung, aber auch bei der Vermittlung von Wohnungen und Arbeit schnellstens abgebaut werden müssten, damit die Mammutaufgabe der Integration von gut 1,5 Millionen Menschen in Deutschland wirklich gelinge. „Wir werden riesige soziale Probleme bekommen, wenn wir zulassen, dass Mensche ihre Potenziale nicht ausschöpfen können“ sagt Schröder-Köpf. Ihr schwebt eine Art Gutschein-System vor, mit dem unterstützende Leistungen wie Sprachkurse ohne kompliziertes Antragsverfahren abgerufen werden könnten. „Jeder Geflüchtete müsste eine Art Rucksack bekommen, in dem die verschiedenen Angebote vorhanden sind, und es dem man sich das individuell Passende bei Bedarf herausnehmen könne.“

Superintendent Berndt bedankte sich für das Interesse Schröder-Köpfs und auch das der Bundestagsabgeordnetetn Svenja Stadler. Er bat beide, die guten Erfahrungen aus Winsen weiterzutragen und auch an höherer Stelle die Reibungspunkte bei den Genehmigungsverfahren mit Ämtern und Agenturen anzusprechen.

 

Bild: Im Lehrlingswohnheim in der Deichstraße in Winsen informierten sich Doris Schröder-Köpf, Integrationsbeauftragte des Landes Niedersachsen und Bundestagsabgeordnete Svenja Stadler über Integrationsangebote für Geflüchtete.