EKD-Ratsvorsitzender: Weites Herz ist gefragt!

Mit der Fastenaktion „7 Wochen ohne“ setzt die Evangelische Kirche in Deutschland, nach Ansicht ihres Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm auch ein Zeichen gegen Pauschalurteile gegenüber Flüchtlingen. Das diesjährige Motto „Großes Herz! Sieben Wochen ohne Enge“ sei eine Aufforderung, bei allen negativen Schlagzeilen über die Zuwanderer stets zu differenzieren, sagte der Theologe kürzlich der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. „Unser Herz kann uns helfen, die Kraft der Unterscheidung zu wahren, um nicht ängstlich oder hasserfüllt zu werden.“

Selbstverständlich seien Menschen erschüttert, wenn sie von Gewalt in Flüchtlingsheimen oder Übergriffen wie vor dem Kölner Hauptbahnhof hörten. „Doch handelt es sich um die Verfehlungen Einzelner, nicht der Flüchtlinge im Allgemeinen“, betonte Bedford-Strohm. Es komme darauf an, besonnen zu reagieren: „Manches wäre gewonnen, wenn wir bei Nachrichten, die uns gegenüber Flüchtlingen verschließen, zunächst in uns gingen, anstatt uns von Emotionen übermannen zu lassen.“

Im vergangenen Herbst habe Deutschland Tausende Neuankömmlinge mit bewundernswerter Empathie und Tatkraft willkommen geheißen, betonte der Ratsvorsitzende: Schon damals habe sich gezeigt, dass „Weitherzigkeit Grenzen überwinden und Berge versetzen“ könne. (epd: 0018/10.02.16)