Erstes Jugger-Turnier im Kirchenkreis

Actionreiche Sportart begeistert Jugendliche beim Turnier des Kirchenkreis-Jugenddienstes.

3-2-1-Jugger! Und los geht’s. Die Jugendlichen stürmen zur Mitte des Spielfeldes, um als erstes den Spielball zu erreichen. Dann gehen die beiden Mannschaften bewaffnet mit Schild und Pompfen, der wie eine gepolsterte Lanze aussieht, aufeinander los und rufen sich im Kampf um den Spielball laute Kommandos zu.

Es war ein außergewöhnliches Spektakel, das sich da auf dem Sportplatz des TSV Winsen am vergangenen Samstag abgespielt hat. Die Evangelische Jugend im Kirchenkreis Winsen hatte sich mit über 80 Teilnehmenden zu ihrem ersten Jugger-Turnier getroffen.

Was im ersten Moment ein wenig brutal und sehr chaotisch aussieht, nennt sich „Jugger“ und ist seit einiger Zeit eine beliebte Sportart in der evangelischen Jugend der Landeskirche.

Acht Mannschaften aus verschiedenen Gemeinden des Kirchenkreises waren zum Turnier am vergangenen Samstag gekommen. Manche hatten sich sogar Verkleidungen, Gesichtsbemalungen oder eigene Schlachtrufe ausgedacht. Und für alle war klar: Jugger macht richtig Spaß!

Das Prinzip des Spiels erinnert ein wenig an American Football. Ein Läufer muss das Spielgerät, den Jugg, in das Mal, eine Art Tor, der Gegner tragen, um einen Punkt zu machen. Dabei wird er vom Rest der Mannschaft gegen die Angriffe des Gegners verteidigt. Für den Außenstehenden ist dieser Sport zunächst tatsächlich schwer zu verstehen. Auf den zweiten Blick erkennt man aber, dass es um mehr geht als nur um wilde Action. Beim Jugger kommt es nicht nur auf Kraft und Größe an. Vielmehr ist die richtige Taktik entscheidend.

„Jugger ist ganz anders als andere Sportarten. Das Schöne ist, dass es in gemischten Altersklassen spielbar ist und Mädchen und Jungen gemeinsam Spaß an dem Spiel haben“, beschreibt Eric Meierhoff, einer der Organisatoren des Turniers, die zentralen Merkmale des Sports.

Die Mannschaft, die die verschiedenen Stärken ihrer Mitspielenden am besten einzusetzen weiß, gewinnt. In diesem Grundgedanken des Spiels findet sich auch der Ansatzpunkt für die geistliche Rahmung des Nachmittages: Als einzelne die eigenen Stärken kennen und diese dann als Gruppe zu einer funktionierenden Gemeinschaft zusammenführen.Da alle Sportgeräte gepolstert sind, ist Jugger auch nicht gefährlicher als jede andere Sportart. Nach dem Turnier wurden ein Kreativ-und ein Fair-Play-Pokal vergeben.

Den Abschluss des Tages bildete ein großer Gottesdienst mit Jugendband in der benachbarten St. Jakobus Gemeinde. Kirchenkreisjugendpastor Kai Kütemeyer verband in der Abendandacht einzelne Jugger-Spielgeräte mit Bibelversen und hob den Aspekt der Gemeinschaft und der Fairnis trotz aller sportlichen Konkurrenz heraus.

Beim Spielgerät „Q-Tipp“ beispielsweise ging er auf das Hören Gottes ein.  Kütemeyer zeigte sich am Abend sehr zufrieden: „Im Vordergrund stand an diesem Tag das Gemeinschaftserlebnis, der Austausch zwischen den Jugendlichen. Sport, Spaß und geistliche Rahmung haben sich wie selbstverständlich zu einem Ganzen verbunden.“