500 Besucher bei Flüchtlings-Festival in Winsener Stadthalle

Am gestrigen Sonntag, 19. April präsentierte die Evangelische Jugend im Sprengel Lüneburg ihre neue CD mit neun Songs zum Thema „Fremde werden Freunde“. Etwa 500 Besucher erlebten diesen Nachmittag, darunter etwa zur Hälfte Flüchtlinge, die in Internationalen Cafés Kontakt zu Kirchengemeinden gefunden haben.

Fünf der an der CD beteiligten Bands waren angereist, um live zu spielen. So machte die Schulband aus Hambühren den Anfang, gefolgt von „Neverback“ aus Walsrode. Die teilweise noch sehr jungen Musiker überzeugten voll mit einem amtlichem Rocksound. Einen Kontrast bot die Jugendband St. Johannis aus Uelzen mit eher ruhigen Songs, gespielt von Piano, Cajon und Cello. Beim Bandprojekt „Bonifatius“ aus Celle waren dann gleich sieben Bandmitglieder am Start. Den Abschluss bildetet die Band „Flü“ mit eigenen Titeln. Ihr Song „Flee in Flames“ will aufrütteln. „Von uns muss Hilfe kommen – und zwar eine gewaltige“, so eine ihrer Textpassagen.

Die Überraschung des Abends war der spontane Auftritt dreier junger Männer aus Eritrea, die afrikanische Pop-Musik boten. Bei ihren heißen Rhythmen hielt es die Besucher nicht mehr auf den Plätzen.

Superintendent Dirk Jäger aus Hittfeld freute sich über die schöne Atmosphäre beim Festival und auch den hohen Anteil an Flüchtlingen unter den Besuchern. „Alle gehen offen und freundlich miteinander um“. Dies sei richtungsweisend, wie ein gutes Miteinander von Einheimischen und Flüchtlingen in Deutschland gelingen kann. „Viele Jugendliche sind inzwischen auch als Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit aktiv. Sie haben hier für sich eine neue Aufgabe entdeckt und machen begeistert mit“ ergänzt Winsens Superintendent Christian Berndt. Er hat das erste Flüchtlingscafé im Landkreis vor eineinhalb Jahren mit aus der Taufe gehoben.

Zwischen den Auftritten der Bands gab es Statements zur Situation der Flüchtlinge im Landkreis Harburg u.a. von Svenja Stadler, MdB und Bürgermeister Udo Heitmann aus Jesteburg sowie den Superintendenten Christian Berndt und Dirk Jäger.

Organisiert wurde das Festival von den beiden Kreisjugendwarten Holger Kuk aus Buchholz und Claudia Prössel aus Winsen sowie den Vorständen der Kreisjugendkonvente. Typisch für die Evangelische Jugend: Jeder gibt so viel Eintritt, wie er bezahlen kann, jeder bekommt die CD und gibt, was sie ihm wert ist. So waren Veranstalter und Teilnehmer am Ende sehr zufrieden mit diesem Festival.

Wer die CD haben möchte, wendet sich an den Kreisjugenddienst Hittfeld unter Tel. 04181-216 8860 oder den Kreisjugenddienst Winsen unter 04171-88 07 88.

Hier gibt es weitere Fotos vom Festival: Fotostrecke Flüchtlings-Festival 19. April 2015

Bericht und Fotos: Wilfried Staake