Förderpreis der Landeskirche für Internationales Café

Vier Vertreter des Internationalen Cafés in Winsen aus der Generation 60plus erhielten am gestrigen Mittwoch von Landesbischof Ralf Meister den Förderpreis der Landeskirche Hannovers. Der mit 1.000 Euro dotierte 4. Platz war den ehrenamtlichen Helfern für ihren unermüdlichen Einsatz im wöchentlichen Teffpunkt für Flüchtlinge und Einheimische zuerkannt worden.

„Ich bin beeindruckt von der Professionalität aller Projekte, die sich um den Förderpreis beworben haben, und vom Engagement der Verantwortlichen“,  sagte Landesbischof Ralf Meister bei der Veranstaltung im Landesmuseum Hannover. „Die Arbeit mit und für die Generation 60plus ist ein wichtiges Aufgabenfeld für uns als Kirche. Die Förderpreis-Projekte stehen mit ihren unterschiedlichen Ausgestaltungen beispielhaft für kreative und zukunftsweisende Formen der Arbeit mit Älteren.“

Besonderes Kriterium des Förderpreises war es, dass die Projekte von Frauen und Männern der „Generation 60 plus“ mit initiiert sein mussten. „Die Arbeit mit Seniorinnen und Senioren gehört in Kirchengemeinden und Einrichtungen unserer Landeskirche ganz selbstverständlich dazu und wird überwiegend von älteren Menschen selbst gestaltet und verantwortet. Seit einigen Jahren beobachten wir dabei aber einen Generationswechsel. Die jüngeren Alten der Generation 60 plus wünschen sich andere Angebote als den klassischen Seniorennachmittag,“ beschrieb Oberkirchenrätin Dr. Heike Köhler aus der Wettbewerbs-Jury die besondere Herausforderung des Arbeitsfeldes.

Das Internationale Café der St. Marien-Kirchengemeinde in Winsen hat diese neue Ausrichtung der Arbeit mit Älteren in besonderer Weise umgesetzt. Rund um das Café als Kernpunkt der Flüchtlingsarbeit der Kirchengemeinde habe sich eine Vielzahl von Ideen, Initiativen und Kooperationen gebildet, wie die Wettbewerbs-Jury lobt.

„Dabei begegnen sich ganz unterschiedliche Menschen“, erzählt Pastor Markus Kalmbach. Gemeinsam mit einer großen Zahl von Ehrenamtlichen, von denen viele der Generation 60plus angehören, ist er einer der Initiatoren des Projekts: „Ins Café kommen junge und alte Menschen aus verschiedensten Ländern. Es sind Frauen, Männer und zunehmend auch Kinder, Flüchtlinge und alteingesessene Bürger, Christen und Angehörige anderer Religionen.“

Für die Zukunft der Arbeit hat der Theologe einen Wunsch und viele Pläne: „Ich hoffe sehr, dass die positive Einstellung der Menschen in unserer Stadt gegenüber den Flüchtlingen so bleibt und dass wir den Flüchtlingen noch besser helfen können: Durch noch mehr Sprachkurse, durch noch mehr Praktikums- bzw. Ausbildungsplätze, durch noch mehr Wohnungen.“

Insgesamt haben sich 22 Projekte aus der gesamten n Landeskirche um die insgesamt 11.000 € Preisgeld beworben. Die Spanne der Projekte reichte von Service-Angeboten wie PC-Kursen von Älteren für Ältere über das Engagement für Flüchtlinge bis zu kreativen Möglichkeiten, mit den Folgen des demografischen Wandels umzugehen.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor sei bei allen Wettbewerbsprojekten deutlich geworden, bilanziert Heike Köhler: „Angebote für Ältere funktionieren dann gut, wenn es gelingt, dass ältere Menschen ihre besonderen Kompetenzen und ihre Lebenserfahrung segensreich für Andere einsetzen können. Das geschieht schon an vielen Stellen, wie die Projekte im Wettbewerb zeigen – aber da ist noch viel mehr möglich.“

Der erste Preis ging nach Georgsmarienhütte, weitere Auszeichnungen nach Burgwedel, Twist und Osnabrück. Die musikalische Umrahmung der Preisverleihung übernahm das Musikduo Fräulein Zugvogel, den Festvortrag hielt die Direktorin des Niedersächsischen Landesmuseums Hannover, Prof. Dr. Katja Lembke.

Foto: Sie nahmen den Förderpreis von Landesbischof Ralf Meister (r.) entgegen: Doris Stennert, Hildegard Wollstein, Heinz-Dieter Wenck und Wolfgang Kresse (v.l.). Bild: Jens Schulze

Lesen Sie hier weiter über die umfangreichen Aktivitäten im gesamten Kirchenkreis für Geflüchtete: http://kirchenkreis-winsen.de/fluechtlinge/