Gelebte Ökumene in Taizé/Frankreich

23 Jugendliche und Erwachsene aus dem Kirchenkreis Winsen haben eine erlebnisreiche Osterwoche bei der ökumenischen Bruderschaft in Taizé in Burgund verbracht. Zusammen mit katholischen und evangelischen Jugendlichen aus Südniedersachsen machte sich die Gruppe auf die 15stündige Reise nach Burgund in Frankreich, um dort mit etwa 3000 anderen Jugendlichen eine Woche zu verbringen. Neben Deutschen waren auch Jugendliche verschiedenster anderer europäischer Nationen vertreten, unter anderem aus Schweden. Diese lernte die Winsener Delegation in Gesprächsgruppen näher kennen. Die schwedische Gruppe feierte dort ihre Konfirmation und lud auch Winsener dazu ein.

Hier der Bericht von Pastorin Anja Kleinschmidt aus Ashausen, die die Gruppe begleitete:
Besonderen Eindruck machte auf uns die Begegnung mit einer jungen Frau aus Syrien. Sie berichtete davon, wie sie sich in ihrer Heimat für irakische Flüchtlinge einsetzte, während viele ihrer Landsleute die gleichen Vorbehalte gegen Flüchtlinge hatten, die uns auch in Deutschland begegnen. Heute lebt sie selbst mit ihrem Bruder als Flüchtling in Luxemburg und sie schreibt Lieder, die von Versöhnung handeln. Als sie diese in der Kirche und in der Bibeleinführung für die Jugendlichen sang, waren alle tief bewegt.

Solche Begegnungen und Erfahrungen zu ermöglichen ist eines der Ziele, die die ökumenische Gemeinschaft von Taizé verfolgt. Ihr gehören ca. 80 Brüdern aus über 30 Nationen an. Gründer der Bruderschaft war vor 76 Jahren Frère Roger Schutz, der in der Schweiz geboren wurde und im vergangen Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Nach dem zweiten Weltkrieg wollte er einen Ort der Begegnung und Versöhnung schaffen, damit Menschen aus aller Welt im Gebet und in der Arbeit vereint sich für eine gerechtere Welt einsetzen. Jetziger Leiter ist der Deutsche Frère Alois.

Woche für Woche laden die Brüder junge Menschen aus aller Welt dazu ein, für eine Woche an ihrem Alltag teilzuhaben. Geprägt durch einen einfachen Lebensstil, das dreimaligen Beten und Singen morgens, mittags und abends in der Versöhnungskirche und die Mitarbeit für ein bis zwei Stunden täglich werden Jugendliche angeregt, über den eigenen Glauben ins Gespräch zu kommen und über ihr Leben nachzudenken.

Bevor wir uns auf die Rückreise machten, tauschten wir uns darüber aus, was wir für unseren Alltag mit nach Hause nehmen wollen. Vor allem die Ruhe und der offene Umgang miteinander wurden von den Jugendlichen genannt. „Warum ist es bei uns zu Hause eigentlich so schwer, einem anderen Menschen mal ein Kompliment zu machen?“ haben wir uns gefragt, wo wir doch eigentlich alle gerne welche hören.

Das Foto zeigt die Gruppe aus Winsen zusammen mit katholischen und evangelischen Jugendlichen aus Südniedersachsen nach ihrer Ankunft in Taizé.

Anja Kleinschmidt