Gemeinsam gegen die Gleichgültigkeit

Am zweiten Januarsonntag hatte die Kirchengemeinde St. Marien in Handorf zum Jahresempfang geladen. Den Auftakt bildete ein musikalisch vielfältiger Festgottesdienst. Pastorin Silke Schmidt predigte über die Jahreslosung „Ich glaube – hilf meinem Unglauben“.

Beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus mussten noch Tische und Stühle dazu geholt werden. Superintendent Christian Berndt hielt einen Vortrag zum Thema „Die Zukunft der Kirche“. Er schilderte die Situation in der Evangelischen Kirchen in Deutschland, der Landeskirche Hannovers, im Kirchenkreis Winsen und in der Kirchengemeinde vor Ort und teilte mit den Besuchern zum Teil sehr persönliche Einschätzungen.

Nach dem Vortrag entfaltete sich eine rege Diskussion. Superintendent Berndt hatte unter anderem davon berichtet, dass früher die Kirchengemeinden „Kirche des Dorfes“ waren, jetzt aber mehr und mehr zu „Kirche für das Dorf“ werden. „Es ist bemerkenswert, dass wir im Kirchenkreis Neubaugebiete haben, in denen fast niemand mehr in der Kirche ist. Trotzdem schicken viele Eltern ihre Kinder zu den kirchlichen Angeboten. Es freut mich, wenn auch kirchendistanzierte Familien den Weg zur Kirche suchen.“ Superintendent Berndt bereitet die Entwicklung jedoch auch Sorgen: „Die Kirche wird nur im Dorf bleiben können, wenn auch das Dorf in der Kirche ist.“

Darauf gingen viele Ehrenamtliche aus Vereinen und anderen Institutionen ein, die das gesellschaftliche Leben im Kirchspiel mit prägen. Sie beklagten die Gleichgültigkeit vieler Menschen. Mit großer Selbstverständlichkeit werden Leistungen der Vereine, der Feuerwehr und anderer hingenommen. Sich selbst zu engagieren, komme jedoch vielen nicht in den Sinn. Ein Teilnehmer fasste die Diskussion zusammen: „Da müssen wir alle – Kirche und Vereine – gemeinsam an einem Strang ziehen, gegen die Gleichgültigkeit.“

Foto: Privat
Im Vordergrund Pastorin Silke Schmidt, ihr gegenüber Pastor Paulo Goschzik-Schmidt und daneben Klaus Hamann, Vorsitzender des Kirchenvorstandes.