Hilfswerk fordert für Flüchtlinge sichere Wege nach Europa

Osnabrück (epd). Das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes hat angesichts der erneuten Tragödie auf dem Mittelmeer einen sicheren Zugang nach Europa für Flüchtlinge gefordert. Es müsse ein humanitärer Korridor eingerichtet werden, sagte Vorstandsvorsitzende Danuta Sacher am Montag in Osnabrück. Ferner müssten die Rettungskapazitäten entsprechend dem früheren Programm „Mare Nostrum“ wieder deutlich ausgebaut werden. Sie appellierte an die Bundesregierung, beim EU-Ministertreffen am Montag in Luxemburg darauf hinzuwirken.

„Das Mittelmeer wird in diesen Tagen zu einem Friedhof für verzweifelte Menschen auf der Suche nach Sicherheit in Europa“, sagte Sacher. Seit Jahresbeginn seien mindestens 1.500 Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken. Die Europäische Union brauche endlich eine völlig neue Flüchtlingspolitik, wie sie bereits nach dem Schiffsuntergang vor Lampedusa im Herbst 2013 versprochen, aber nicht umgesetzt wurde: „Die Europäische Union darf nicht länger vorrangig auf Abwehr und Schutz der Grenzen setzen.“ Sie müsse ihre humanitären Pflichten erfüllen, den Menschen helfen und sie schützen. (0074/20.04.15)