Kerstin Petersen ist 40 Jahre als Erzieherin tätig

Im August 1975 begann Kerstin Petersen ihre Tätigkeit als Erzieherin im Evangelischen Kindergarten Fuhlentwiete. Dieser war damals noch in Trägerschaft der Winsener St. Mariengemeinde. Jetzt feiert die Leiterin des Hortes Fuhlentwiete ihr vierzigjähriges Dienstjubiläum im Verband Evangelischer Kindertagesstätten im Kirchenkreis Winsen.

Als frisch ausgebildete Erzieherin begann Petersen ihren Dienst, nachdem sie kurz zuvor in Hamburg ihre staatliche Anerkennung erhalten hatte. „Es war die Zeit, als Erzieherinnen gerade die Schürze als Dienstkleidung abgelegt hatten und Kinder noch Selbstgestricktes trugen“ erinnert sich die Sechzigjährige. Gut 1.000 Kinder hat sie in dieser Zeit als Gruppenleitung betreut und noch immer arbeitet sie gern als Pädagogin. „Man gibt nicht nur viel, sonder bekommt auch viel zurück“ ist Kerstin Petersen überzeugt.

Vor vier Jahren hat sie die Leitung des Hortes Fuhlentwiete übernommen, der jetzt in einem Trakt der Hanse-Schule untergebracht ist. Damit hat sich ihr Aufgabengebiet deutlich verschoben: Waren es bisher Kinder im Vorschulalter, die Kerstin Petersen betreut hat, so sind es heute Grundschulkinder, die im Anschluss an den Unterricht den Hort aufsuchen. Auch diese Altersgruppe macht ihr Freude und „es ist schön zu sehen, wie selbstbewusst diese Kinder den Kindergarten verlassen, wenn sie in den Hort wechseln“ fügt die Erzieherin hinzu.

Vor etwa 20 Jahren hat sie als eine der Ersten im Landkreis Weiterbildungen in Psychomotorik besucht und sich als Multiplikatorin und Mentorin ausbilden lassen. Dieses ganzheitliche Wissen um Bewegungserziehung mit Körper, Geist und Seele ist fortan in ihre Arbeit eingeflossen und allen Kindern der Kindertagesstätte zugute gekommen. Auch im Hort bietet sie regelmäßig Bewegungsangebote für Kinder an. Besonders schön ist, dass es dort einen eigenen Bewegungsraum gibt, in dem sich die Kinder selbst Bewegungs-Baustellen einrichten dürfen. So wird in beiden Häusern nach Herzenslust gerutscht, geklettert, getobt und balanciert. Schiefe Ebenen, Rollbretter, Hängematten und vieles mehr üben dabei auf die Kinder eine große Faszination aus.

Während das Team der Kindertagesstätte mittlerweile auf über 20 Mitarbeitende angewachsen ist, bleibt es im zweigruppigen Hort überschaubarer. „Dies gibt uns die Möglichkeit, intensiv die Entwicklung jedes Kindes zu beobachten und zu begleiten“. Dass die Kinder sehr gern den Hort aufsuchen, zeigt sich besonders, wenn diese am Ende der vierten Klasse auf weiterführende Schulen wechseln und den Hort verlassen müssen. „Dann fließen manchmal Tränen“ sagt Kerstin Petersen.

Begonnen hat sie vor vierzig Jahren auch gleich als stellvertretende Leitung. In dieser Zeit hat sie die langjährige Leiterin Heidi Becker nach Kräften unterstützt, drei Nachfolgerinnen eingearbeitet und diese ebenfalls bei Bedarf vertreten.

Sie ist ihrem ersten Arbeitgeber treu geblieben und ist froh, in einer evangelischen Einrichtung zu arbeiten. „Wir haben das gewisse ‚Plus‘ – nicht nur auf den Kirchentürmen, sondern leben es täglich auch in unserer Einrichtung“.

Foto: Kerstin Petersen leitet den Hort Fuhlentwiete in Winsen und ist jetzt 40 Jahre als evangelische Erzieherin tätig. Foto: Wilfried Staake