Kinderbischöfe besuchten regelmäßig Kinder in einer Flüchtlingsunterkunft

Sie sind 12 Jahre alt und möchten anderen Menschen Gutes tun – die Winsener Kinderbischöfe. Seit Dezember 2015 sind sie im Amt und überlegen gemeinsam mit Erwachsenen, wofür sie sich einsetzen möchten. In diesem Jahr haben die Kinderbischöfe Flüchtlingskinder in einer Unterkunft in Winsen besucht.

Einmal monatlich boten Alexa, Benedikt, Jennie, Laura, Maibrit, Marit und Merit gemeinsam mit Superintendent Christian Berndt und der Lehrerin Karin Dick einen Spielenachmittag an. Neben Fußball waren auch Brett- und Kartenspiele sehr gefragt. Gruppentänze kamen gut an und auch Kinderlieder sangen die etwa zwanzig Kinder in der Unterkunft sehr gern. Diese stammen überwiegend aus Syrien und dem Irak.

„Was an keinem der Nachmittage fehlen durfte, war das Lied ‚Mein Hut, der hat drei Ecken‘ “ sagt Superintendent Berndt rückblickend. Er engagiert sich schon seit drei Jahren für Flüchtlinge im Kirchenkreis. „Es war aber nicht meine Idee, dorthin zu gehen, sondern die der jungen Bischöfe“ betont der Seelsorger. Auch in den vergangenen Jahren standen Projekte für Kinder bei den jungen Bischöfen ganz hoch im Kurs.

Erstaunt waren die Kinderbischöfe, dass die Flüchtlingskinder „trotz allem noch so fröhlich sind“. Dies war das einhellige Votum beim Abschlussgespräch, das jetzt stattfand. Den jungen Bischöfen haben die Besuche viel Freude gemacht, weil sie dadurch für ein wenig Abwechslung in der Unterkunft gesorgt haben.

„Aus unserer Sicht hat das Engagement zu einer großen Horizont-Erweiterung bei den jüngsten Ehrenamtlichen im Kirchenkreis geführt“ resümierte Berndt. Karin Dick vom Gymnasium Winsen lobte die hohe Verlässlichkeit, mit der die diesjährigen Kinderbischöfe ihre Aufgabe wahrgenommen haben. Sie betreut schon seit neun Jahren das Projekt, zu dem sie damals durch den Kalender „Der andere Advent“ inspiriert worden ist.

Die Tradition der Kinderbischöfe reicht bis ins Mittelalter zurück. Zu der Zeit durften Kinder für einen Tag Bischofsstab und Mütze – und damit die Macht – übernehmen. Sie konnten dann das anordnen, was ihnen am aller notwendigsten erschien.

Heute gibt es Kinderbischöfe in etlichen Städten in Deutschland, besonders in Gemeinden, die nach dem heiligen Nikolaus benannt sind. Die Amtszeit der Winsener endet jetzt. Im November dieses Jahres werden wieder an mehreren Winsener Schulen neue Kinderbischöfe gewählt.

Bild: Die Winsener Kinderbischöfe Marit Averdiek, Maibrit Beecken, Laura Cordeddu, Benedikt Ertle, Jennie Evers-Fischer, Merit Junghans und Alexa Klein besuchten gemeinsam mit Superintendent Christian Berndt und der Lehrerin Karin Dick regelmäßig Kinder in einer Winsener Flüchtlingsunterkunft.