Zur Jahreslosung

„Ich glaube, hilf meinem Unglauben.“ (Markus 9,24)

Die Jahreslosung für 2020 entstammt einer Situation in der Bibel, die schwer auszuhalten ist. Ein Vater bringt seinen schwer kranken Sohn zu Jesus. Der Knabe wird von bösen Geistern immer wieder „niedergerissen“, sogar ins Wasser und ins Feuer stürzt er. Viele haben sich an der Heilung versucht, jetzt kann nur noch Jesus helfen. Für den Vater ist Jesus der letzte Strohhalm, an den er seine Hoffnung klammert. Jesus fordert einen festen Glauben von den Umstehenden. Nur so könne ein Wunder der Heilung geschehen. Daraufhin ruft der Vater aus: Ich glaube, hilf meinem Unglauben.

Ich will diesen Vers hier nicht abschließend auslegen.  Hoffnung, Glauben, Zweifel, Vertrauen: Dieser Ausruf des Vaters wird mich als Jahreslosung durch 2020 begleiten. Und ich bin gespannt, wann er sich wie für mich und mein Leben entfaltet.

Ihnen wünsche ich ein gesegnetes Jahr 2020

Ihr Superintendent Christian Berndt (Winsen, 1.1.2020)

Ergänzung 17.3.2020: Es ist bedrückend, dass die Jahreslosung uns in diesen Tagen so einholt. Die Corona-Krise bremst unser Leben völlig aus. Ich mache mir Sorgen um Menschen, die mir nahe stehen, um Menschen, die in unseren Gemeinden ehrenamtlich und hauptamtlich ihren Dienst tun. Ich habe heute schweren Herzens die Bitte an die Kirchengemeinden weitergegeben, die Kirchräume grundsätzlich zu schließen. Das hätte ich mir vor 48 Stunden noch nicht vorstellen können. Unser Glaube wird auf eine harte Probe gestellt. Trotzdem bleiben wir miteinander auf dem Weg.

Bleiben sie behütet, Ihr Sup. Christian Berndt