Kirchenkreistag in Stelle

Zu seiner zweiten Sitzung kam der Kirchenkreistag Winsen am vergangenen Dienstag in Stelle zusammen. Während das erste Zusammentreffen von vielen Wahlen und Regularien bestimmt war, ging es jetzt fast ausschließlich um Inhalte. So berichtete Superintendent Christian Berndt über die Situation des Kirchenkreises, was insbesondere für die vielen neuen Mitglieder des Gremiums interessant war.

Von den ursprünglich 16 Gemeinden hätten Salzhausen und Raven fusioniert sowie auch die Elbmarschgemeinden Drennhausen, Marschacht und Tespe. Dennoch solle es in allen 16 Gotteshäusern weiterhin kirchliches Leben geben.

Sorge bereitet dem Superintendenten die rückläufige Mitgliederentwicklung.

Zum einen gebe es Kirchenaustritte, zum anderen übersteige die Zahl der

Bestattungen deutlich die Zahl der Taufen. „Und dennoch wollen wir auch in Zukunft fröhlich Kirche sein“, so Berndt.

Im Rückblick auf das erste Halbjahr 2019 hob der Superintendent die Besuche des Bischofs zu Pfingsten in der Elbmarsch hervor sowie auch die Visitation durch Landessuperintendent Dieter Rathing.

Und lange vor Greta Thunberg habe sich die Evangelische Jugend im Kirchenkreis schon mit dem Thema „Klimaschutz und Nachhaltigkeit“ beschäftigt. „Wenn von denen Anregungen kommen, bitte nehmen Sie diese ernst und sprechen Sie darüber in Ihren Gemeinden“ so der Superintendent. 

Die sozialen Dienste des Kirchenkreises wie das Diakonische Werk mit Lebensberatung, Schuldnerberatung, Suchtberatung, Migrationsberatung, Schwangerschafts-Konfliktberatung seien ebenso gut aufgestellt, wie auch der Herbergsverein in Winsen oder der Kindertagesstätten-Verband und Ambulanter Hospizdienst. „Alle diese Dienste bieten konkrete Hilfe für die Menschen hier vor Ort“ so Berndt. Und auch dafür sei die Kirche gerne da.

Sorge bereite ihm allerdings, dass immer mehr kommerzielle Anbieter auf den sozialen Markt drängten und mit teilweise ruinösen Preisen die kirchlichen Träger aus dem Rennen werfen würden. „Ich bedaure sehr, dass bei manchen Ausschreibungen nicht mehr partnerschaftlich miteinander umgegangen wird.“ Kirche und Diakonie seien über Jahrzehnte verlässliche Partner für die Kostenträger gewesen. „Manchmal wird der Mehrwert, den wir als Kirche und Diakonie mitbringen in unserer Verknüpfung, nicht mehr gesehen“, so Berndt weiter.

Auf den Kirchenkreistag wartet in Zukunft viel Arbeit, etwa in Hinblick auf die Stellen- und Finanzplanung. Diese ist aber erst konkret möglich, wenn die Landeskirche ihre neuen Maßstabszahlen veröffentlicht hat. (2020/21) Auch Pfarrhäuser und Kirchen bedürften teilweise der Renovierung. Hierfür stehe aber momentan nicht genügend Geld zur Verfügung.

Abschließend bedankte sich der Superintendent bei allen Anwesenden für deren Engagement, sowie für alle ehrenamtlich geleistete Arbeit in den Gemeinden des Kirchenkreises. Stellvertretend nannte Berndt die Arbeit der Lektoren und Prädikanten, die neben den Pastoren sonntags ebenfalls Gottesdienste abhielten. Dies entlaste gerade die Kolleginnen und Kollegen auf Einzelpfarrstellen erheblich.

„Damit diese treuen Ehrenamtlichen nicht auch noch den Talar kaufen müssen, übernimmt dies in Zukunft der Kirchenkreis“, so der Superintendent. 

Im Weiteren verabschiedete der Kirchenkreistag erstmals eine Geschäftsordnung. Barbara Kaul stellte die Arbeit der Mitarbeitervertretung vor, einem Betriebsrat in der Kirche.

Eine Sonderzahlung der Landeskirche von 144.000 Euro pro Kirchenkreis soll im Verhältnis 70:30 den Gemeinden und dem Kirchenkreis zu Gute kommen. Gegen 22 Uhr schloss Vorsitzender Hermann Poppe die Sitzung.

Bild: Viel Arbeit wartet auf die knapp 60 Mitglieder des Kirchenkreistages Winsen, der am Montag in Stelle zusammentrat. Vorsitzender Hermann Poppe (hinten rechts) nahm u.a. den Bericht von Superintendent Christian Berndt entgegen. Foto: Wilfried Staake.