Pastor Kai-Uwe Hecker ist 25 Jahre in Stelle

Ungläubiges Staunen glitt über die Gesichtszüge von Pastor Kai-Uwe Hecker, als er am Ostersonntag unbeschwert die Sakristei der Kirche betrat, um wie üblich, den Gottesdienst zu leiten – die Predigt hatte ja Diakon Patrick Oeser übernommen, so die Planung. „Upps, was ist denn hier los?“ kam es über seine Lippen, als er Superintendent Christian Berndt im Talar vor sich sah.

Zu Ostern 1993 war Kai-Uwe Hecker als Pastor vom damaligen Superintendenten Kurt Schwertfeger in Stelle eingeführt worden. Bei der Begrüßung durch die Kirchenvorstandsvorsitzende Brigitte Hillebrecht wurde schnell deutlich, dass der fröhliche Festgottesdienst nicht nur der Erlösung durch die Auferstehung Jesu gilt, sondern auch der Dankbarkeit für 25 gemeinsame Jahre von Pastor und Gemeinde.

In seiner launigen Festpredigt zitierte Superintendent Berndt allen Ernstes die kirchliche Dienstordnung, nach der ein Pastor nach 25 Dienstjahren vor Ort künftig die Dienstwohnung auf Lebenszeit behalten dürfe. Ein Aprilscherz, ebenso wie die aufsehenerregende Meldung der BBC, dass in der Schweiz die Spaghetti von Bäumen geerntet würden. Im Kern der Predigt zu Samuel 2 ging es um die Dankbarkeit gegenüber Gott, dem alles möglich ist, der den Starken in den Arm fällt und die Schwachen stärkt.

Um Dankbarkeit ging es auch in der Würdigung, die Eduard Fetter im Namen des Kirchenvorstandes und der Gemeinde dem Jubilar hielt. Dankbarkeit für ein segensreiches Miteinander, das erst wachsen musste und auch Anfechtungen erlebte. Da lag das Bild einer Ehe und der Silberhochzeit nahe, bei der der Pastor dem Paar beim Eheschluss den weisen Rat frei nach Römer 15 mit auf den Weg gab: „Nehmt einander an, wie ihr seid.“

Ein Erfolgsrezept auch für Kirchengemeinde und Pastor, das nicht ausschließt, dass man, wo nötig, behutsam nachjustiert. So ist aus einem „schwerfälligen Tanker (Gemeinde), der erst nach 5 Jahren reagiert“ – so Pastor Hecker beim 20-Jährigen Jubiläum- mittlerweile ein reaktionsstarkes, sicheres Schiff auf gutem Kurs geworden, mit Verstärkung auf der Brücke und einer erfahrenen Mannschaft. Grund genug, dankbar und mit Zuversicht in die Zukunft zu schauen. Große Projekte stehen an: Sanierung der Kirche und des Gemeindehauses, neue Impulse für die Gemeinde, neue Aufbruchstimmung. Der Dank jetzt galt Pastor Hecker und seiner tüchtigen Frau Renate. Brigitte Hillebrecht überreichte 25 rote Rosen, für jedes Jahr eine, und die Einladung des Kirchenvorstandes zum gemeinsamen Brunch.

Nach Zitaten von Ex-Superintendent Schwertfeger aus der Einführungsrede von vor 25 Jahren gab Pastor Hecker seiner Freude über die gelungene Überraschung Ausdruck und dankte dem Kirchenvorstand für das fruchtbare Miteinander. Lachend zitierte er den Philosophen Ernst Bloch: „ Manchmal dauert es eben 25 Jahre, ehe aus etwas Eckigem ein gelungenes Rundes wird.“
Mit einem anschließenden Sektempfang unter der Empore endete eine gelungene Osterüberraschung.

Großen Anteil daran hatten der Posaunenchor unter Hanna Wischendorff und Ulrike Franke-Hubert an der Orgel, die neben dem normalen musikalischen Gottesdienstprogramm dem Jubilar auch ein munteres Festkonzert schenkten.