Letztes Konzert der Saison: Musik in alten Heidekirchen

Seit 42 Jahren schon gibt es hochwertige Klassik zu hören, wechselnd in Undeloh und Egestorf.
Immer Sonntags, immer um 17 Uhr, immer für 12 Euro.

Das letzte Konzert in dieser Reihe in diesem Jahr:

11. September, St. Stephanus Egestorf
“Wo aber will man Weisheit finden”

Sprüche Salomos und weitere biblische Worte in Vertonungen von G. Carissimi,
J. H. Schein, M.-A. Charpentier, W. Boyce u.a.
Für fünfstimmiges Vokalensemble und BC

Das Streben nach Weisheit begleitet die Menschheit seit Anbeginn ihrer Geschichtsschreibung. Reduziert man sie auf ihren Kern, so stellt man fest, dass die Weisheit ein Diener des Menschen ist, der Gefahren und Schaden vom Leben fern zu halten hilft. Viele der berühmtesten Weisheiten gehen zurück auf König Salomo. Und auch wenn wir mittlerweile wissen, dass das „Buch der Weisheit“ ihm lediglich zugeschrieben und tatsächlich in späterer Zeit entstanden ist, so steht sein Name doch für Weisheit schlechthin. Unbekannt, vor allem im protestantisch geprägten Norddeutschland, ist aber die religiöse Verehrung Salomos im jüdischen und christlichen Glauben. Katholiken und orthodoxe Christen finden das „Buch der Weisheit“ noch heute in ihren Bibeln niedergeschrieben. Vorwiegend katholische Komponisten vertonten die Sprüche und Weisheiten Salomos. Und hier wiederum überwiegend bei den Meistern der Alten Musik. Verwundern tut dies nicht, ist das Buch der Weisheit doch Teil der Heiligen Schrift von katholischen und orthodoxen Christen, jedoch nicht von Protestantischen. Psalmen und Sprüche des König Salomo in hebräischer, lateinischer und deutscher Sprache – vertont von Rossi, Schein und Tunder – stehen im Zentrum des Programms.

Die Weisheit im Allgemeinen und damit auch die Weisheit des König Salomos hat aber auch nur deshalb Bedeutung, weil es in der Welt auch immer das Gegenteil gab und gibt. Wenn wir uns an den eigentlichen Zweck der Weisheit erinnern, Gefahren und Schaden vom Leben fern zu halten, so war der 11. September 2001 sicherlich einer der Tage der Menschheitsgeschichte, an dem die Klugen und Weisen kein Gehör fanden. Eine Begräbnismotette des Hamburger Komponisten Christoph Bernhard soll an diesen traurigen Tag erinnern.

Der Abend schließt mit dem großartigen Werk von William Boyce, dem das Programm seinen Titel verdankt: „O where shall wisdom be found“. Auch wenn dieses berühmte Werk bereits rund 300 Jahre alt ist, dient die letzte Zeile des Anthems uns doch als Mahnung: „Siehe, die Furcht des HERRN, das ist Weisheit; und meiden das Böse, das ist Verstand.“

Mehr unter: www.musik-in-alten-heidekirchen.de