Theologen Käßmann und Bedford-Strohm wollen die Welt verändern

Die Theologen Margot Käßmann und Heinrich Bedford-Strohm haben dazu aufgerufen, mit Hoffnung und Leidenschaft die Welt zu verbessern. „Doch, wir können die Welt verändern. Wir können dafür sorgen, dass Gerechtigkeit und Frieden einkehren“, schreiben die Reformationsbotschafterin und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in ihrem Buch „Die Welt verändern. Was uns der Glaube heute zu sagen hat“, das seit Montag im Handel ist. Beispiele dafür seien Martin Luther (1483-1546) und die „unzähligen Männer und Frauen“, deren Namen weniger bekannt seien.

In dem knapp 300 Seiten starken Buch haben sich die ehemalige hannoversche Landesbischöfin und der bayerische Landesbischof von fünf Menschen befragen lassen, die „jenseits der Kirchengrenzen stehen“, wie es im Vorwort heißt. Es gehe um Hoffnungen und „die Art und Weise, wie wir zusammen die Welt verändern können“. Gesprächspartner sind die für ihre Berichterstattung zu Flüchtlingen ausgezeichnete Moderatorin und Journalistin Dunja Hayali, der Verleger Jakob Augstein, Rabbiner Walter Homolka, der Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide und der Linken-Politiker Gregor Gysi.

Wenige Wochen vor den ersten Feiern zum 500. Reformationsjubiläum beschreiben die beiden EKD-Repräsentanten die nationalen und internationalen Anfänge der Reformation und stellen einige evangelische Personen vor, „die die Welt veränderten“. Dazu gehören der Gründer des Roten Kreuzes Henry Dunant, Katharina Staritz, die sich im Nationalsozialismus für getaufte Juden einsetzte, Martin Luther King, der gegen die Rassentrennung kämpfte, und die politische und feministische Theologin Dorothee Sölle.

Der Thesenanschlag Martin Luthers am 31. Oktober 1517 in Wittenberg gilt als Beginn der weltweiten Reformation. Wer sich in der Bibel erde, erfahre eine neue Freiheit, schreiben Käßmann und Bedford-Strohm. Statt sich wegzuducken und seine neu entdeckte menschliche Freiheit zu widerrufen, habe Luther „nur seinem Gewissen und Gott gehorchend“ den Autoritäten seiner Zeit die Stirn geboten. „Allein schon wegen dieser Haltung meinen wir: das Reformationsgedenken ist wichtig für unsere Gesellschaft“, schreiben die beiden Theologen, betonen aber auch: „Luther war weder Held noch Führer der Reformation.“ (epd meldung 2203/12.09.16)

Foto: Aufbruch-Verlag.