Für Jugendliche

Jugendarbeit in Zeiten von „social distancing“ (von Lena Schäfer)

Fahrräder vorm Gemeindehaus, fröhliches Lachen aus dem Jugendkeller – Ein voller Zeltplatz, viel Musik, hunderte Jugendliche, buntes Treiben – So kennt man die Arbeit der Ev. Jugend. Sie lebt vor allem von einem: Gemeinschaft. Doch wie geht das in Zeiten von Corona? In Zeiten von „social distancing“? In Zeiten von #wirbleibenzuhause?

Ein Blick in die Sozialen Medien zeigt, dass sich nicht nur die Jugendverbände in kürzester Zeit umgestellt haben. Instagram ist voll von Aktionen, die die Zeit vertreiben, von Angeboten, die einen zum Nachdenken bringen, aber auch Witze, die einen zum Lachen bringen. Die Ev. Jugend des Kirchenkreises Winsen versorgt ihre „Follower“ jeden Tag mit der „#stayathome-Challenge – ein Potpourri von Aufgaben, Fragen und Anstößen zum Nachdenken. An einem Tag wurden die Jugendlichen dazu aufgerufen, dass sie jemanden anrufen (oder sogar eine Karte schreiben), von dem sie wissen, dass er oder sie allein ist. Als das Wetter am Wochenende umschlug, bat das Vorbereitungsteam, dass die User ihnen Bilder von ihren liebsten Urlaubsorten mit dem Tipp, wo man nach Corona hinreisen sollte, schicken. Diese Bilder wurden geteilt und haben an diesem Tag die „Story“ der Ev. Jugend Winsen in ein Urlaubsparadies verwandelt. Am meisten Teilnehmer verzeichnet die Aktion aber bei Fragen, entweder nach dem besten „Gute-Laune-Lied“ für Zuhause oder beim Quiz über die Nudel oder zum Klopapier – angelehnt natürlich an die Hamsterkäufe.

Das Netz ist voll mit solchen Angeboten. Die Ev. Jugend Neuwulmstorf hat zum Beispiel einen eigenen „Kids Channel“ gegründet. Teamerinnen und Teamer der Ev. Jugend veröffentlichen dort jeden Tag kleine Videos, in denen Kinder Bastelangebote oder kleine Aufgaben bekommen. Viele Pastorinnen und Pastoren, die sich inzwischen auch im Bereich der Sozialen Medien aufhalten, bieten Gespräche in dieser beängstigenden Zeit an oder entzünden für Gebetsanliegen Kerzen in den leeren Kirchen.

In dieser Zeit sind das Internet und die Sozialen Medien ein Segen und ermöglichen uns, frei nach dem aktuellen „Motto“ des Kirchenkreises, „voneinander getrennt und trotzdem gemeinsam“ zu sein.