Zukunftsplanung in der Kirchenkreissynode Winsen

In der ersten Sitzung in diesem Jahr kamen am Mittwochabend die Mitglieder der Synode (früher: „Kirchenkreistag“) des Kirchenkreises Winsen in der St.-Marien-Kirche zusammen, um Entscheidungen für die Zukunft auf den Weg zu bringen: das Thema Nachhaltigkeit und die Finanzplanung waren die umfangreichsten Punkte auf der Tagesordnung. 

Insgesamt wohlwollend, aber auch kontrovers nahmen die Teilnehmenden die von der Kirchenkreisjugend ausgearbeitete Vorlage für Nachhaltigkeitsrichtlinien auf. Besonders die Empfehlungen zu einer nachhaltigen Ernährung sorgten für eine lebhafte Diskussion, weil einigen Anwesenden der Verzicht auf Fleisch (in konventionell-industrieller Herstellung) in den Kirchengemeinden doch zu weit ging. Einstimmig wurde beschlossen, das Papier in drei Ausschüssen der Synode zu konkretisieren und den Kirchengemeinden nahezulegen, sich ebenfalls mit den Inhalten auseinanderzusetzen.

Ausführlich gesprochen wurde über die Stellenplanung ab 2023, die die Einnahmen aus Kirchensteuern zur Grundlage hat. Dabei sind kurzfristig aufgrund der Corona-Krise deutliche Einbrüche zu erwarten. Auch im Planungszeitraum wird weniger Geld zur Verfügung stehen, so dass aufgrund der Prognosen der Landeskirche Hannovers mit Einschnitten von bis zu 20% für die Kirchengemeinden geplant werden muss. Um im kommenden Jahr auf die konkreten finanziellen Vorgaben der Landeskirche reagieren zu können, ist in den nächsten Monaten Kreativität gefragt: „Wir raten dazu, nicht mit der Rasenmähermethode in jeder Gemeinde den gleichen Prozentsatz einzusparen. Damit würden wir vor allem in kleineren Gemeinden Schaden am Gemeindeleben anrichten. Um weiterhin die Frohe Botschaft verkünden zu können, müssen wir jetzt Räume öffnen für ein kreatives Miteinander“, so Katja Stachnow in ihrem Bericht des Stellenplanungsausschusses. Synergien und noch engere Kooperationen seien vielversprechende Ansätze, so die stellvertretende Ausschussvorsitzende.

Die Anwesenden zeigten sich darüber erfreut, dass der Kirchenkreis mit Anja Kleinschmidt und Gerhard Koepsel nun gleich mit zwei Personen in der Landessynode vertreten ist. Als Vorsitzender des Kinder- und Jugendausschusses formulierte Eric Meyerhoff einen kräftigen Appell, die Stelle der zum November ausscheidenden Kreisjugendwartin Lena Schäfer neu zu besetzen. Ihre Aufbauarbeit der letzten Jahre solle dringend weitergeführt werden, um das Engagement von Jugendlichen in den Kirchengemeinden nicht wieder einschlafen zu lassen.

Den großen Herausforderungen zum Trotz sprach sich schließlich der Synodalvorsitzende Hermann Poppe in seinem Schlusswort dafür aus, die gemeinsame Aufgabe als Christen positiv und voller Zuversicht anzunehmen. „Die Frage ist doch: Wie wollen wir sein als Kirche in diesem Winter und in den Folgejahren?“ Wichtig sei es, den Menschen, die in dieser Zeit ängstlich und voller Sorgen seien, beizustehen und ihnen dabei zu helfen, sich wieder aufzurichten. Damit griff er das Thema der Andacht von Pastor Markus Kalmbach zu Beginn der Sitzung wieder auf, der voller Zuversicht auf die Kreativität und die positiven Veränderungen geblickt hatte, die oft als Reaktion auf Schwierigkeiten entstanden sind. 

Der Vorsitzende der Kirchenkreissynode, Hermann Poppe, führte durch die Tagesordnung
Amelie Meyer (am Pult) und Nico Poggensee (am Laptop) stellen als Vertreter der Kirchenkreisjugend den Entwurf für Nachhaltigkeitsrichtlinien vor