Synodenbeschluss: 228.000 Euro für die Flüchtlingsarbeit im Kirchenkreis Winsen

25. April 2022
Superintendent Berndt berichtet vom Synodenbeschluss beim Gottesdienst im Klostergarten

Der Kirchenkreis Winsen investiert in den nächsten zwei Jahren 228.000 Euro für die Arbeit mit Geflüchteten. Ohne Gegenstimme wurde der entsprechende Beschluss in der Synode am 21. April gefasst. Mit dem Geld soll die Arbeit der Kirchengemeinden in diesem Bereich finanziell unterstützt werden. Vor allem werden damit Personalstunden in den Bereichen Koordination, (sozialpädagogische) Beratung, psychologische und seelsorgerische Begleitung finanziert. Etwa ein Drittel der Gelder kommen aus Förderungen und Zuweisungen der Landeskirche. Grundlage für die Entscheidung ist der 2014 formulierte Beschluss der Synode, einen Arbeitsschwerpunkt des Kirchenkreises in der Arbeit mit Geflüchteten zu setzen. Die Aktivitäten in den kommenden zwei Jahren bauen auf bereits bestehende Strukturen auf: In vielen Kirchengemeinden gibt es seit 2015 ein großes Engagement für Geflüchtete. „Wir wollen den Kirchengemeinden schnell und unbürokratisch Geld zur Verfügung stellen, auch, damit Dinge exemplarisch ausprobiert werden können“, sagt Superintendent Christian Berndt.

Neben kurz- und mittelfristigen Hilfen für ukrainische Geflüchtete sollen insbesondere die „Weltflüchtlinge“, die immer weniger staatliche Beratungs- und Hilfsangebote erhalten, im Blick behalten und unterstützt werden. „Wir dürfen die Flüchtlinge, die schon länger hier sind, nicht aus dem Blick verlieren“, sagt der Winsener Pastor Markus Kalmbach, der 2013 zusammen mit Christian Berndt das Internationale Café im Gemeindehaus St. Marien mit eröffnet hat. „Als Kirche sind wir hier in der Verantwortung, nicht nur, weil es unsere christliche Pflicht ist, sondern auch, weil der Landkreis leider die freiwilligen Beratungs- und Unterstützungsangebote stark gekürzt hat.“

In seiner Predigt im Rahmen des Winsener Tulpenfestes am Sonntag sprach Superintendent Christian Berndt das erste Mal öffentlich über die Planungen in der Flüchtlingsarbeit für 2022 und 2023: „Wir haben uns als Kirche vorgenommen, zumindest die Folgen dieser Kriege auf der Welt bei uns ein bisschen abzumildern. Wir haben uns am Donnerstagabend in der Kirchenkreissynode getroffen und haben dort mit Menschen aus allen Gemeinden des Kirchenkreises einstimmig beschlossen, weit über 200.000 Euro zurücklegen, um sie in die Arbeit mit Geflüchteten zu investieren – weil es jetzt dran ist, sich zu kümmern um die Geflüchteten aus aller Welt und ganz aktuell um die Geflüchteten aus der Ukraine. In vielen Gemeinden sind die Menschen jetzt schon unterwegs. Sie bieten Dinge an, schon seit Jahren, für die Geflüchteten aus aller Welt: Sie sind da für die Behördengänge, für Unterstützung bei der Jobsuche und vieles mehr. Und auch jetzt für die Schutzsuchenden aus der Ukraine bieten die Kirchengemeinden Unterstützung an. Die Verantwortlichen probieren aus, wie es ist, die Gemeindehäuser zu öffnen, um denen, die geflohen sind, für ein paar Stunden etwas Raum zu geben. Viele, viele Menschen öffnen zur Zeit ihre Herzen und Häuser. Es wird noch eine große Kraftanstrengung vor uns liegen.“